Tarifabschluss für den Sozial-und Erziehungsdienst / ADK-Info 4/2022

Alle KollegInnen in den Entgeltgruppen S 2 bis S 11a erhalten ab dem 1. Juli 2022 eine monatliche SuE-Zulage von 130,00 Euro. Kita-Leitungen sind von dieser Zulage leider ausgenommen, SozialarbeiterInnen in den Entgeltgruppen S 11b bis S12, S 14 oder S15 erhalten 180,00 Euro. Die Auszahlung wird rückwirkend noch mit dem Dezembergehalt erwartet.

Die SuE-Zulage kann ab 2023 in bis zu zwei zusätzliche freie Tage umgewandelt werden. Das muss dem Arbeitgeber bis zum 28.02.23 mitgeteilt werden. Die Zulage wird für die Arbeitszeit an diesen Tagen entsprechend gekürzt.

Außerdem gibt es für alle KollegInnen im Sozial- und Erziehungsdienst ab dem Jahr 2023 zwei Regenerationstage. Diese müssen spätestens vier Wochen vorher in Textform beantragt werden. Die Tage aus 2022 können bis zum 30.09.23 in Anspruch genommen werden.

Zudem besteht Anspruch auf zusätzliche 30 Stunden im Jahr zur Vorbereitung und Qualifizierung.

Zusätzlich gilt ab dem 1. Juli 2022, dass PraxisanleiterInnen in der Ausbildung z. B. von ErzieherInnen oder SozialassistentInnen monatlich 70,00 Euro erhalten. Wichtig ist hierbei, dass der zeitliche Anteil mindestens 15 Prozent der Gesamttätigkeit ausmachen muss (in Vollzeit 5,85 Wochenstunden). Zudem wird es eine Erweiterung der Protokollerklärung zur „besonders schwierigen fachlichen Tätigkeit“ zur Eingruppierung in die S 8b geben (Aufnahme von FacherzieherInnen, Kinder mit erhöhtem Förderbedarf, Tätigkeit als Kinderschutzfachkraft).

Außerdem wurde beschlossen:

  • Für Leitungen: Neue Berechnung der Durchschnittsbelegung
    • Statt 01.10. bis 31.12. des vorangegangenen Kalenderjahres jetzt 01.01. bis 31.12.
    • Unterschreitung von nicht mehr als 7,5 % (bisher: 5 %) führt nicht zur Herabgruppierung
  • Ab 01.10.2024 neue Laufzeiten in den Stufe 2 und 3 – das heißt früher mehr Geld:
    • Stufe 3 nach zwei statt drei Jahren in Stufe 2
    • Stufe 4 nach drei statt vier Jahren in Stufe 3
  • Auch ab 01.10.2024:
    • Keine Endstufe 4 mehr für bestimmte Kolleg*innen in S 4
    • Keine Endstufe 4 oder verlängerte Laufzeit bis zur Stufe 5 und 6 in S 8b

Kirchengewerkschaft Niedersachsen im Austausch mit SPD-Bundestagsabgeordneten über das kirchliche Arbeitsrecht

Der geschäftsführende Vorstand der Kirchengewerkschaft Niedersachsen hat sich im Oktober in Berlin mit den SPD-Bundestagsabgeordneten Kaweh Mansoori (Frankfurt) und Manuel Gava (Osnabrück) über die Zukunft des kirchlichen Arbeitsrechts ausgetauscht. Hintergrund ist die Formulierung im Koalitionsvertrag der Ampel-Koalition, dass diese gemeinsam mit den Kirchen prüfen will, „inwiefern das kirchliche Arbeitsrecht dem staatlichen Arbeitsrecht angeglichen werden kann.“

Die Abgeordneten sammeln als Vertreter in den zuständigen Bundestagsausschüssen derzeit vor allem Argumente und Fakten, wie mit dem kirchlichen Arbeitsrecht (Dritter Weg und Streikverbot, betriebliche Mitbestimmung, AGG) in Zukunft umgegangen werden kann.

Gemeinsam mit den Abgeordneten wurde diskutiert wo die Schwierigkeiten des kirchlichen Arbeitsrechts liegen. Sie zeigten sich daher sehr interessiert an unseren Erfahrungen. Wir haben als Kirchengewerkschaft Niedersachen dargestellt, dass es bei den Verhandlungen durchweg in einem komplizierten Verhandlungsprozess innerhalb einer arbeitsrechtlichen Kommission gelingt, zeitverzögert das Tarifniveau des Öffentlichen Dienstes nachzuvollziehen. Allerdings sei die Sozialpartnerschaft noch verbesserungsfähig. Die SPD-Abgeordneten zeigten sich darüber informiert, dass bei der Angleichung zwischen dem staatlichen und dem kirchlichen Arbeitsrecht sich zwei Grundrechte mit einander in Kollision befänden. Besonders schutzbedürftig für die Kirchen seien die verkündigungsnahen Bereiche, aber auch die Rechte der Arbeitnehmer im Rahmen der Koalitionsfreiheit müssten gewährleistet werden.

Zum Abschluss des Treffens wurde vereinbart, im Gespräch zu bleiben, der nächste Austausch soll im November bei einem Treffen in Kassel stattfinden.

Interview mit Carsten Thiele

Carsten Thiele, Geschäftsführer von Chi.Pa, Kinder- u. Jugendpsychotherapeut, zertifizierter Coach, Theologe u. Pädagoge, leitete das Seminar „Wenn Kita-Leitungen an ihr Limit kommen!“. In dem Interview fasst er die wichtigsten Erkenntnisse des Seminars zusammen und erzählt, was sich aus seiner Sicht ändern muss.

Wir freuen uns, dass das Thema so eine große Resonanz gefunden hat. Die Ergebnisse des Seminars haben die TeilnehmerInnen bestärkt und gezeigt, dass vor allem die Rahmenbedingungen und das System, so wie es jetzt ist, nicht mehr aufrechtzuerhalten ist. Ein weiterer Termin folgt noch in Oldenburg.

Seminarangebot als Ergebnis der Auswertung unserer Online-Umfrage

Kita-Leitungen sind extremen Anforderungen ausgesetzt.

In Zusammenarbeit mit Carsten Thiele( Pädagogik/Therapie/Weiterbildung& Berufs-Coaching https://chipa.de bieten wir folgendes Seminar am 15.09.2022 an:

WENN KITA-LEITUNGEN AN IHR LIMIT KOMMEN!

Ja, die Zeiten haben sich geändert; auch und gerade in den Kindertagesstätten.

Und diese Veränderungen der letzten Jahre sind zum Teil sehr massiv in den Alltag der Kindertagesstätten eingezogen. Von der Umsetzung der Kind-bezogenen Pädagogik, hin zu mehr Partizipation und die Umsetzung der offenen Arbeit, zu noch mehr Datenschutz und Administration sowie Qualitätssicherung. Damit steigen die alltäglichen Belastungen für alle PädagogInnen enorm; nicht zu vergessen die Leitungskräfte, die diese Veränderungen in die Kitas implementieren müssen. Immer öfter stoßen deshalb die Pädagoginnen an die Grenzen der Belastbarkeit. Die Folge: Hohe Krankenstände, hohe Frustration und geringe Motivation. Die Folgen sind eklatant und bekannt: Permanente Personalnotstände bei permanent steigenden Anforderungen.

Unser Seminar wird sich mit diesen Folgen für Leitungskräfte beschäftigen und Lösungen aufzeigen, wie man mit diesen vielen Problemlagen persönlich und als Einrichtung umgehen kann.

Zielgruppe: Kita- Leitungen

Tagesseminar : 15.09.2022, von 9.00 bis 16.00 Uhr

Ort: Rühmkorffstr.1, 30159 Hannover

Kursgebühr: 80,00 € pro Person

Seminarleiter: Carsten Thiele

Anmeldung erforderlich!


Gründung einer Fachgruppe Verwaltung

Der erweiterte Vorstand hat in seiner Sitzung im Februar beschlossen, eine Fachgruppe Verwaltung (FGV) zur Stärkung der Gruppe der Verwaltungsmitarbeitenden in unserer Gewerkschaft zu gründen. In dieser Fachgruppe wird sich regelmäßig über aktuelle Anliegen, Wünsche und Ziele aus dem Verwaltungsbereich ausgetauscht. Außerdem wollen wir Forderungen ableiten, die wir an die Kirchenleitungen oder die ADK richten. Zu unseren aktuellen Themen gehören neben dem Bericht über die aktuellen tariflichen Entwicklungen derzeit

  • Homeoffice
  • Digitalisierung (insbesondere AppSpace (vorher: ePortal))
  • Kienbaum/Überlastung
  • Ausbildung und Übernahme von Auszubildenden.

Unsere Fachgruppe setzt sich aus ungefähr sechs Kolleg*innen (Verwaltungsmitarbeitende aus verschiedenen Bereichen, Mitarbeitende aus der IT) aus verschiedenen Dienststellen zusammen und trifft sich alle sechs Wochen abends online per Zoom, für die Zukunft ist ein Treffen „in Präsenz“ geplant – dabei soll es anfangs keine Bedingung sein, dass jemand bereits Mitglied der Kirchengewerkschaft Niedersachsen ist. Unsere Vorstandsmitglieder Angelika Dohme und Alexander Dohe leiten und organisieren die neue Fachgruppe.

Wir freuen uns auch weiterhin, wenn Du (vielleicht zusammen mit einer/einem engagierten Kollegin/Kollegen?) in unserer neuen Fachgruppe mitarbeiten wollen würdest oder uns mitteilst, was dich an deinem Arbeitsplatz im Büro derzeit besonders beschäftigt. Falls du Lust hast, schick uns gerne eine E-Mail an info@kg-nds.de.

Klausurtagung der ADK in Hildesheim

Nach der langen Corona-Zeit endlich wieder möglich- im Juni trafen sich die Mitglieder der Arbeits- und Dienstrechtlichen Kommission der konföderierten Kirchen in Niedersachsen (ADK)  -Arbeitgeber und Arbeitnehmer zur inzwischen schon fast traditionellen Klausurtagung im Michaelis-Kloster in Hildesheim, um sich mit dem Thema „Tarifwerke“ zu befassen.

Aufgabe der ADK ist es, die Tarife für die rund 35.000 Mitarbeitenden der konföderierten Kirchen in Niedersachsen zu beschließen und eigene tarifliche Bestimmungen für die Besonderheiten des kirchlichen Dienstes zu entwickeln. 

Immer häufiger erreichen uns Anfragen, warum und wie lange noch für die Mitarbeitenden im Bereich der Konföderation parallel zwei Tarifwerke zur Anwendung kommen.

Die ADK hat sich mit dem Für und Wider befasst und wird die Frage, wie sich eine Überleitung aller Mitarbeitenden in ein einheitliches Tarifsystem auswirken würde, weiter prüfen.

Das Thema ist sehr komplex. Es erfordert eine umfangreiche und gründliche Bearbeitung.

Wir, die Kirchengewerkschaft Niedersachsen, setzen uns auch weiterhin für ein einheitliches Tarifrecht für alle kirchlichen Beschäftigten ein.