Unzureichender Umgang mit Corona-Fällen in Kindertagestätten/ Beschäftigte sehr besorgt wegen verweigerter Testung

Offener Brief an die Landesregierung Niedersachsen

Hannover, den 29.05.2020
Sehr geehrter Herr Ministerpräsident Weil, sehr geehrte Frau Sozialministerin Reimann, sehr geehrter Herr Kultusminister Tonne, wegen einer am Mittwoch, dem 27.05.2020 nachgewiesenen Corona-Infektion eines Kindes in einer Kindertagesstätte des Ev.-luth. Stadtkirchenverbandes (Zachäus1) ist es zu einer Verunsicherung von Beschäftigten dieser Einrichtung gekommen. In Quarantäne wurden die Mitarbeiterinnen, eine Praktikantin und die Kinder der betroffenen Notgruppe geschickt. Soweit handelt es sich um einen „normalen“ Vorgang! Irritationen und Verärgerung hat die Entscheidung des Fachbereichs Gesundheit der Region Hannover hervorgerufen, dass überhaupt keine Testung der in der Einrichtung beschäftigten pädagogischen MitarbeiterInnen erfolgen könne; jedenfalls stünden hierfür keine finanziellen Mittel zur Verfügung. Sogar den Beschäftigten aus der direkt betroffenen Notgruppe wurde die Testung verweigert.
Wir bitten Sie als Landesregierung Niedersachsen, die Bedingungen dafür herzustellen, dass wie im Land Hessen auch, für Kita Beschäftigte, die in einer Einrichtung mit einer nachweislichen Corona-Infektion beschäftigt sind, die sofortige Möglichkeit einer unentgeltlichen Testung eingeräumt wird. Gerade die Kita-Beschäftigten, die durch die vorgezogenen Öffnungen ihrer Einrichtungen erhebliche Risiken auf sich nehmen müssen, brauchen die unbedingte Gewissheit, dass hier nicht auf Kosten ihrer Gesundheit und Sicherheit gespart werden soll. Wir empfehlen der Landesregierung hierzu eine öffentliche Erklärung abzugeben, damit keine zusätzlichen Ängste und Verunsicherungen geschürt werden. Darüber hinaus möchten wir anregen, ob es nicht auch in Niedersachsen möglich ist, sogenannte „Pool-Testungen“ in den Kindertagesstätten regelmäßig durchführen zu lassen.
Wir vertreten als Kirchengewerkschaft Niedersachsen fast 1.000 Kita-Beschäftigte aus den evangelischen
Kitas in den Ev.-luth. Landeskirchen Braunschweig, Hannover und Oldenburg. Gern wollen wir unsere Mitglieder darüber informieren, dass die Landesregierung, soweit möglich, Gefährdungen durch die
Möglichkeit der unentgeltlichen Testung reduziert. Im Rahmen der Kita-Volksinitiative haben wir gut mit der Landesregierung zusammenarbeiten können. Insofern sind wir sicher, dass unser Anliegen bei Ihnen in guten
Händen liegt.
Mit freundlichen Grüßen
Werner Massow und Christel Orb-Runge
gemeinsame Vorsitzender der Kirchengewerkschaft Niedersachsen

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