Staki Hannover: Einstellungspraxis auf dem Prüfstand

Kita1Bei den zweiten Kita-Gesprächen in Hannover am 15.09.2009 ging es um die Einstellungspraxis des Stadtkirchenverbandes. Auf freiwerdende Erzieherinnenstellen im Zweitkraftbereich dürfen nur noch Kinderpflegerinnen eingestellt werden, obwohl das Kindertagesstättengesetz vorsieht, dass auch im Zweitkraftbereich in der Regel Erzieherinnen beschäftigt werden.

Hintergrund hierfür ist die schlechte Refinanzierung kirchlicher Kitaarbeit. Das bestätigte in einem telefonischen Vorgespräch die zuständige Superintendentin Elke Schölper. Leider sagte sie ihre Teilnahme zwei Tage vor der Veranstaltung ab. Hintergrund hierfür sei die Polemik des MVV.

Der MVV hatte das Einstellungsverbot öffentlich angeprangert und auch die Presse, die Kommunalpolitik, die Bundes- und Landtagsabgeordneten über die schlechte Personalausstattung informiert und zahlreiche Rückfragen ausgelöst. Es geht uns bei allem um die Sache: Die Refinazierung des Stadtkirchenverbandes für die Kita-Arbeit muss deutlich verbessert werden, damit wieder qualifiziert eingestellt und bezahlt werden kann.

Auch das muss deutlich gesagt werden: Im Zweitkraftbereich werden Erzieherinnen und Kinderpflegerinnen für „fürsorgerisch-bewahrende Tätigkeit“ untertariflich bezahlt, obwohl sie tatsächlich „pädagogisch-erzieherisch“ tätig sind. Arbeitsplatzbeschreibungen scheinen nicht vorhanden zu sein. Die Neue Presse Hannover vom 15.09.2009 brachte dazu eine kurze Meldung: Kita-Zweitkräfte

kita2Für Frau Schölper ist kurzfristig de SPD-Landtagsabgeordnete Stefan Politze eingesprungen, der gleichzeitig auch Ratherr in Hannover ist. Er zeigte eine für Politiker große Tugend und hörte erstmal 90 Minuten lang zu. Er stellte sich als Vater von fünf Kindern und als bekennender ev.-luth. Christ vor. Seine Frau war früher selbst als Erzieherin im Bereich des Stadtkirchenverbandes tätig. Er stellte die schwierige Haushaltslage der Stadt Hannover dar und bestätigte die laufenden Budget-Verhandlungen mit dem Staki. Trotz Haushaltsproblemen sei es aber keineswegs das Bestreben der Mehrheitsfraktionen SPD und Grüne, die Mindeststandards beim qualifizierten Personal zu unterschreiten. Als Landtagsabgeordneter stellte er dann noch die Ziele der SPD-Fraktion vor: Besserer Personalschlüssel durch kleine Gruppen, Erhöhung der Verfügungszeiten, bessere Integration von behinderten Kindern.  Das alles kann unter www.eintrittskarte-zukunft.de nachgelesen werden.

Übrigens: Noch während die Veranstaltung lief erkundigte sich eine Mitarbeiterin der Bundesfamilienministerin von der Leyen nach der Personalausstattung des Zweitkraftbereichs der Kitas des Stadtkirchenverbandes. Es lässt wohl doch nicht alle kalt, wenn ausgerechnet in der Landeshauptstadt Hannover die Arbeitsbedingungen in den kirchlichen Kitas besonders schlecht sind.

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