Eilmeldung: Tarifeinigung für die Beschäftigten der evangelischen Kirchen

TarifeinigungNur eine Woche nachdem 1.400 Beschäftigte eine äußerst beeindruckende Demonstration zur Synode durchführten, in der sie die ausstehende Tariferhöhung  von 2,3 % rückwirkend zum 01. März 2016 und die Bezahlung nach dem Kommunal-Tarif (TVöD) gefordert hatten, ist es in der Sizung der Arbeits- und Dienstrechlichen Kommission (ADK) zu einer Tarifeinigung gekommen.

Das Foto zeigt links Dr. Lehmann, Sprecher der Arbeitgeberseite und rechts den Sprecher der Arbeitnehmerseite Thomas Müller.

Dies sind die Eckpunkte der Einigung:

Rückwirkende Tariferhöhung für alle Kirchenbeschäftigten: Die Beschäftigten auch der Ev.-luth. Landeskirche erhalten die Tariferhöhung von 2,3 %, mindestens 75 € rückwirkend zum 01.03.2016. Die Nachzahlung für dann fünf Monate wird mit den Juli-Gehältern ausgezahlt.

Arbeitnehmerbeteiligung an der Zusatzverssorgung (ZVK): Eine  hälftige Arbeitnehmerbeteiligung des vier Prozent übersteigenden Umlagesatzes (zurzeit 4,8 %) wird ab 01.01.2017 zur Stabilisierung der kirchlichen Betriebsrenten erhoben. Diese Regelung gilt bis zu einem eventuellen Umlagesatz von maximal 6 %.

Für den Erziehungsdienst erfolgt ab 01.01.2017 eine Bezahlung nach Kommunaltarif. Über eine Einbeziehung des Sozialdienstes wird in der nächsten ADK-Sitzung weiter verhandelt.

Noch keine Einigung konnte über den zukünftigen Leittarif für die kirchlichen Beschäftigten erreicht werden. Während die Arbeitnehmerseite den vollständigen Wechsel zum Kommunaltarif (TVöD) fordert, wollen die Arbeitgeber zurzeit noch beim TV-L bleiben.

1.400 Beschäftigte demonstrieren zur Synode

P1070247Rund 1400 kirchliche Beschäftigte, mehrheitlich Erzieherinnen, zogen am 26. Mai 2016 in zwei Demonstrationszügen vom Hauptbahnhof und von der Friedenskirche lautstark trommelnd und singend vor das Henriettenstift, dem Tagungsort der hannoverschen Landessynode. Gefordert wurde die sofortige Übernahme der ausstehenden Tariferhöhung von 2,3 % rückwirkend ab März 2016.

Noch wichtiger war den Demonstranten der Wechsel vom TV-L zum TVöD, da die Entgelttabelle im kommunalen Bereich ein deutlich höheres Entgelt vorsieht. Schon jetzt macht sich der Fachkräftemangel in den Kindertagesstätten bemerkbar und die Gefahr einer Abwanderung weiterer kirchlicher Fachkräfte ist gegeben. Auch die Forderung der Arbeitgeberseite, einer Tariferhöhung nur unter gleichzeitiger Beteiligung der Beschäftigten an der Umlageerhöhung zur Zusatzversorgung zuzustimmen, fand keine Freunde. „Ohne Nachweis der kirchlichen Notlage keine Eigenbeteiligung der Arbeitnehmer an der Umlage zur Zusatzversorgung“ war die einhellige Äußerung der Demonstrierenden. Dass kirchliche Beschäftigte in so großer Anzahl so klar und vehement ihre Forderungen vorbringen und deutlich machen, wie wütend und enttäuscht sie über die Tarifpolitik unserer Landeskirche sind, sollte auch den Synodalen und Landesbischof Meister deutlich geworden sein.

Am 09.06.2016 wird die Arbeits- und Dienstrechtliche Kommission das nächste Mal tagen. Wir dürfen gespannt sein, ob jetzt Bewegung in die Verhandlungen kommt. Sollte es über den Sommer keine Einigung geben, haben die Demonstrierenden schon angekündigt, zur nächsten Tagung der Landessynode im November wiederzukommen (Dieser Artikel wurde von der Seite des Gesamtausschusses der LK Hannovers mit kleinen Veränderungen übernommen).

Fotos: Demo 26. Mai 2016 in Hannover

Presse- und Fernsehberichterstattung über die Kirchendemo

Ohne die beeindruckend große Demo hätten wir kaum Handhabe gegen die Sturheit und Arroganz der Arbeitgeberseite. Es war toll, dass wir so kämpferisch auftreten konnten – dafür waren auch die weit angereisten KollegInnen entscheidend! Danke, dass Du dabei warst!

Artikel und Bildergalerie aus der Hannoverschen Allgemeine Zeitung

Landeskirche Hannovers:
Artikel: https://www.landeskirche-hannovers.de/evlka-de/wir-ueber-uns/landessynode/tagung_25_06/berichte_25_06/demo
Bildergalerie: https://www.landeskirche-hannovers.de/evlka-de/wir-ueber-uns/landessynode/tagung_25_06/fotos_25_06 (derzeit 4. von oben)

NDR Fernsehen am 26.05.2016:
NDR Aktuell mit Thomas Müller (ab 0:25 Minuten): https://www.ndr.de/fernsehen/sendungen/ndr_aktuell/NDRAktuell,sendung514296.html
Niedersachsen 18:00 Uhr (ab 11:00 Minuten) https://www.ndr.de/fernsehen/sendungen/niedersachsen_1800/Niedersachsen-1800-Uhr,sendung514308.html
Hallo Niedersachsen (ab 4:30 Minuten) https://www.ndr.de/fernsehen/sendungen/hallo_niedersachsen/Hallo-Niedersachsen,sendung514320.html

Evangelische Zeitung: http://www.evangelische-zeitung.de/news-detail-home/nachricht/kita-erzieherinnen-demonstrieren-fuer-mehr-lohn.html

Kirchendemo zur Synode ist gut vorbereitet!

Es wird eine super Beteiligung an den beiden Demonstrationen zur Synode im Henriettenstift geben. Alle Medien, die Presse, das Radio und Fernsehen werden live berichten. Auf der Dialogkundgebung werden Landesbischof Meister und die Präsidentin des Landeskirchenamtes Rede und Antwort stehen. Hoffentlich reden sie diesmal Klartext vor allem zum Wechsel zum Kommunaltarif. Es kann jetzt auch nicht mehr länger gewartet werden. Denn jetzt beginnen die Kommunen ihre Haushalte 2017 und 2018 aufzustellen.

Wir brauchen jetzt die klare Ansage von den kirchlichen Arbeitgebern, dass sie zusammen mit den Arbeitnehmerorganisationen in der Arbeits- und Dienstrechtlichen Kommission (ADK) den Wechsel zum Kommunaltarif (TVöD) beschließen werden. Auf der Grundlage dieser Richtungsentscheidung werden sich dann alle anderen Fragen sofort klären lassen wie die Nachzahlung der Tariferhöhung und sogar ein moderater Eigenanteil zur kirchlichen Betriebsrente (ZVK).

Doch gibt es im Landeskirchenamt leider immer noch Zauderer und Centfuchser in verantwortlichen Positionen. Ihr „Argument“ lautet: Wenn wir den Kommunaltarif beschließen und nicht mehr billiger sind als die kommunalen Einrichtungen, werden vielleicht einige Kommunen  Betriebsführungsverträge für Kitas kündigen! Wir wollen aber keine einzige Einrichtung verlieren.

Den Zauderern und Centfuchsern rufen wir zu: Ohne den Wechsel zum Kommunaltarif werden wir einen noch größeren Personalnotstand bekommen und die Einrichtungen werden ausbluten. Wollt ihr das wirklich?

Arbeitsbefreiung zur Teilnahme an Veranstaltungen beruflicher Vereinigungen

Wir sind gebeten worden, die Rechtsgrundlage für die Arbeitsbefreiung für die Teilnahme an Veranstaltungen beruflicher Vereinigungen auf die Homepage zu stellen. Dem kommen wir gerne nach:

Arbeitsbefreiung zur Teilnahme an Veranstaltungen beruflicher Vereinigungen

Es handelt sich bei der Demo am 26. Mai vom Hauptbahnhof Hannover zur Dialogkundgebung vor dem Henriettenstift zweifellos um eine Veranstaltung beruflicher Vereinigungen.

Wenn uns durch die Rechtsprechung des Bundesarbeitsgerichts und des Bundesverfassungsgericht das Streikrecht schon vorenthalten wird, sollten wir die kirchliche Möglichkeit der Arbeitsbefreiung für uns nutzen.

Vor längerer Zeit zitierte ein Superintendent auf einer Mitarbeiterversammlung Paulus: „Denn es spricht die Schrift: Du sollst nicht dem Ochsen das Maul verbinden, der da drischt, und: Ein Arbeiter ist seines Lohnes wert. Damit ist neben einer gerechten Entlohnung (die uns willkürlich verweigert wird) auch gemeint, dass sich die kirchlichen Leistungsträger (also wir) frei äußern dürfen!

Lasst uns am 26. Mai 2016 vor der Synode die Wertschätzung unserer Arbeit einfordern!

 

Jetzt Arbeitsbefreiung für die Demo zur Synode am 26.05.2016 beantragen

Info an alle kirchlichen Beschäftigten der Ev.-luth. Landeskirche Hannover!

Wir haben für Euch eine tolle Nachricht: Ihr könnt den beigefügten Antrag auf Arbeitsbefreiung unter Fortzahlung der Bezüge bei Eurem Arbeitgeber stellen, um auch dann an der Demo teilzunehmen, wenn Euer Dienst noch nicht beendet ist.

 Bitte fügt dem Antrag auf Arbeitsbefreiung Arbeitsbefreiung gem § 23 Abs 4 DVO 2 auch den Demonstrationsaufruf Demo-Aufruf bei , aus dem ersichtlich wird, dass zur Demonstration und der geplanten Dialogkundgebung mit dem Landesbischof Ralf Meister von zwei beruflichen Vereinigungen, der Kirchengewerkschaft Niedersachsen und dem VkM-Hannover, gemäß § 23 Abs. 4 eingeladen wird.

Die Veranstaltung wurde extra auf den Nachmittag gelegt, um vormittags den normalen Dienstbetrieb zu gewährleisten.

Falls es wider Erwarten Schwierigkeiten mit Eurem Arbeitgeber geben sollte, meldet Euch bei uns werner.massow@kg-nds.de

Wir freuen uns aber auch über Rückmeldungen, mit wie vielen Personen ihr teilnehmen werdet.

 

 

 

Demonstrationsaufruf zum Ausdrucken

Liebe Kolleginnen und Kollegen,

hier findet ihr den Demoaufruf für die Proteste bei der Synode am 26.05.2016.Dieser Aufruf darf an allen schwarzen Brettern und in den Mitarbeiterräumen ausgehängt werden.

Es handelt sich dabei um einen offiziellen gewerkschaftlichen Aufruf, von Organisationen die in der kirchenlichen Arbeitsrechtsregelung mitwirken. Sollten einzelne Arbeitgeber diesen Aushang beanstanden und die rechtswidrige Abnahme verlangen, bitten wir um Mitteilung, damit wir Abmahnungen erteilen können:  Vorlage Demo-Aufruf mit Bild + Text 3

Fotos von der Kundgebung vor dem Henriettenstift am 21.11.2007 gesucht

Die letzte Protest-Kundgebung der Arbeitnehmerorganisationen Kirchengewerkschaft Niedersachsen (damals noch unter dem Namen MVV-K), Vkm und Verdi fand vor fast neun Jahren am 21.11.2007 statt. Es ging darum, dass unser Weihnachtsgeld unter eigenartigen Umständen willkürlich zusammengestrichen wurde.

Während der Kundgebung wurde die Synodaltagung aus Achtung vor der Mitarbeiterschaft unterbrochen. Die damalige Landesbischöfin Frau Dr. Margot Käßmann und der Präsident der Synode Jürgen Schneider suchten den Dialog mit den Kirchenbeschäftigten und beantworteten ihre Fragen vom Rednerpodium aus. Ihr Wunsch, dass bei der Kirche bald wieder geordnete Verhältnisse zurückkehren sollten, ging für viele Jahre in Erfüllung.

Heute haben wir wieder viele Gründe um zu protestieren!

Wer hat noch Fotos von der damaligen Aktion? Wir wollen sie gern zur Erinnerung auf die Homepage stellen.

Gerechte Bezahlung: Demo zur Synode am 26.05.2016 angemeldet

Um Gottes willenWährend sich überall im Land Arbeitgeber und Gewerkschaften einigen, meinen einige Verantwortliche der Ev.-luth. Landeskirche Hannovers den 23.000 Beschäftigten zeigen zu können, wo ihrer Meinung nach der Hammer hängt. Ohne jede Rechtfertigung verweigern sie den Beschäftigten die fällige Tariferhöhung von 2,3 %, mindestens 75 Euro zum 01.03.2016.

Dabei ist diese Tariferhöhung als solche gar nicht strittig. Diese Tariferhöhung, in den Partnerkirchen von Oldenburg und Braunschweig längst beschlossen, wird zurückbehalten, um einen Eigenanteil der Beschäftigten trotz voller Kirchenkassen zu erzwingen. Die „Argumente“ für den Eigenanteil der Arbeitnehmer sind beliebig und wechseln ständig: Mal können die kirchlichen Anstellungsträger nicht zahlen (Frau Dr. Springer), mal ist der Haushalt defizitär, so Dr. Krämer, der nicht einmal davor zurückschreckte, die Kosten für die Flüchtlinge als Argument für den Eigenteil ins Feld zu führen oder es sei nur gerecht gegenüber den Beschäftigten des Öffentlichen Dienstes (Dr. Lehmann), weil sonst die kirchlichen Beschäftigten besser gestellt seien. Dazu und zu der unzureichenden Information der Synode werden wir noch vortragen.

Die Arbeitnehmerorganisationen weisen dagegen daraufhin, dass eine Beschäftigung zu kirchlichen Tarifen zu erheblichen monatlichen Lohneinbußen führt: ADK-Info 2016_04_28.

Die kirchlichen Arbeitgeber scheinen in einer anderen Welt als die kirchlichen Arbeitnehmer zu leben. In der angeblichen Dienstgemeinschaft scheint es leider erhebliche Klassenunterschiede zu geben (siehe Karikatur), die privatrechtlich Beschäftigten werden zurzeit recht „mies“ behandelt. Wer kann an der Verschlechterung der Arbeitsbeziehungen in einer Zeit des sich verschärfenden Fachkräftemangels ein Interesse haben?

Dagegen darf in unserem Land wegen der Privilegierung der Kirchen leider nicht gestreikt werden. Offen steht uns aber die Form der Demonstration in unserer Freizeit. Die gemeinsame Demo der Kirchengewerkschaft Niedersachsen und des VkM Hannover am 26.05.2016 vom Hauptbahnhof zur Synode ist angemeldet: Versammlungsanzeige Kirchengewerkschaft Niedersachsen.

Bitte teilt mit, wenn ihr teilnehmen wollt. Wir müssen hoffentlich die Zahl der Demonstrierenden nach oben korrigieren!

Wir sind es wert, dass wir anständig von der kirchlichen Obrigkeit behandelt und gerecht bezahlt werden!